Vereinsgeschichte / NABU Hirzenhain

Von den Anfängen in die Gegenwart

Der Lauf der Zeit

Am 28. Mai 1969 wurde die Vogelschutzgruppe Hirzenhain gegründet. Anwesend bei der Gründungsversammlung waren 10 Personen. Zum ersten Vorstand wurden gewählt:

  • Erster Vorsitzender: Günter Ruth
  • Erster Beisitzer: Friedhelm Müller
  • Zweiter Beisitzer: Kurt Hämel
  • Rechner: Gerhard Nagel
  • Kassierer: Harald Stenzl
  • Schriftführer: Sigmund Zeidl

 

Zum heutigen Zeitpunkt (2025) gehören dem Verein noch drei Gründungsmitglieder an: Günter Ruth (Ehrenvorsitzender)  , Robert Reuter und Harald Stenzl. Die Übrigen sind verstorben, verzogen oder ausgetreten. Anders als bei der Gründung und in den ersten Jahren ist unsere Ortsgruppe heute keine reine Männerdomäne mehr, was wir sehr begrüßen. Denn: Umweltschutz geht Alle an.


Die Vereinsaktivitäten beschränkten sich anfangs auf Bau, Verteilung und Kontrolle von Nistkästen, über die es auch Aufzeichnungen über den Besatz und Bruterfolge gibt. So betrug 1970 die Belegungsquote 61 % und es ist die Rede von stark ansteigenden Beständen von Trauerschnäpper und Tannenmeise, wogegen die Blaumeisen stark zurückgingen. Im Protokoll der JHV von 1974 findet sich, dass aus den vereinseigenen Nistgelegenheiten allein 1.026 Jungvögel ausgeflogen sind, darunter stark ansteigende Bestände von Fliegenschnäpper und Kleiber. Darüber hinaus wurden umfangreiche Winterfütterungen und kleinere Ausflüge innerhalb Hessens organisiert. In Pressemitteilungen beschäftigen wir uns u. a. mit dem längst verbotenen Insektizid DDT  , sowie dem weit verbreiteten „Abflämmen“ von Wiesen, Böschungen und auch ganzen Hecken.

Gründungsmitglieder aus frühen Jahren.
Foto: Naturschutzbund Deutschland (NABU), Gruppe Hirzenhain 1969 e. V.; Aufnahme von 1993

Ab 1975 wurden auch Schutzdienste in Naturschutzgebieten durchgeführt, dabei wurden auch Brutvorkommen beobachtet. Der Jahresbeitrag betrug 1975 10,- DM, wovon 2,- DM an den DBV abgeführt wurden. 1978 betrug unser Kassenbestand 3.316,04 DM, 1979 4.013,86 DM. Die Zuwächse resultieren vom Waldfest, das Gewinne von ca. 1.500,- DM jährlich abwirft. Bei der JHV 1979 wurde der Jahresbeitrag auf 8,- DM für Erwachsene und 4,- DM für jugendliche Mitglieder festgesetzt. Ansonsten finanzierte sich die Vereinsarbeit überwiegend durch das Waldfest, das in Verlängerung der Wilhelm-Leuschner-Straße, über dem Anwesen Weiß jährlich stattfand.

Ab 1976 wechselte unser Vereinslokal vom Augustinerkloster zur Gaststätte Schwarz. 1980 betätigten wir uns auch im Ameisenschutz durch die Einzäunung von schützenswerten Nestern der Waldameisen. Bei der JHV 1984 wurde das 15-jährige Bestehen des Vereins gefeiert. Der damalige Kreisvorsitzende Vogt zeichnete Günter Ruth mit dem silbernen DBV-Abzeichen aus. Der Kassenstand des Vereins betrug 1984 schon 8.361,- DM und stieg im folgenden Jahr erstmals auf deutlich über 11.000,- DM an. Im Jahr 1989 wurden wir vom verstorbenen Fürsten zu Stolberg-Wernigerode mit 10.000,- DM bedacht, was den Kassenbestand auf über 20.000,- DM anhob.


1991 haben wir erstmals im Ortsgebiet Hirzenhain Blumenzwiebeln (Frühblüher) gepflanzt, was sehr gut angekommen ist. Für den Einkauf dieser Zwiebeln investierten wir 935,21 DM. 1992 wurde mit dem Anlegen von Feuchtbiotopen entlang der ehem. Bahntrasse und in der Feldholzinsel unterhalb des Baugebietes Dippertsroth begonnen. Dafür wurden erhebliche finanzielle Mittel bereitgestellt, u. a. Für Baggerarbeiten, Heckenpflanzungen und Teichfolie.

1993 wurde, gemeinsam mit der Naturschutzgruppe Merkenfritz, ein bedeutendes Feuchtgebiet zwischen Merkenfritz und Gedern erworben, das insgesamt einen Kaufpreis von 21.588,- DM hatte, von dem wir 3.300,- DM beitrugen (Grundstück Lausmann). Außerdem wurde in diesem Jahr die Allee hinter dem Feriendorf angelegt. Hierfür wurden Obstbäume für 1.110,82 DM gepflanzt.

Das Jahr 1994 war geprägt vom 25-jährigen Vereinsjubiläum, das mit einer mehrtägigen Veranstaltung gefeiert wurde. Die zugehörige Rede kann hier als PDF heruntergeladen werden. Im Frühjahr 1995 wurden auf dem Gelände der Schule für praktisch Bildbare, Am Wannberg, 38 Obstbäume gepflanzt.

Als der NABU noch der DBV war: das alte Logo.

Als der NABU noch der DBV war: das Logo aus vergangenen Zeiten.


1996 wurde ein neuer Vorstand gewählt. Günter Ruth trat nach 27 Jahren nicht mehr zur Wahl an und Jürgen Faust wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt. In diesem Jahr wurden auch umfangreiche Pflanzarbeiten in der Feldholzinsel am Dippertsroth durchgeführt. Oberhalb des Friedhofs Hirzenhain war geplant, eine nicht mehr genutzte Umspannstation der OVAG zu übernehmen und für Schwalben, Fledermäuse, Schleiereulen, etc. zu optimieren. Die Zusage der OVAG wurde sofort gewährt. Leider wurde das Gebäude aufgrund von Misskommunikation dennoch kurzfristig abgebrochen. Als Ersatz wurde uns ein ähnliches Gebäude am Schwimmbad angeboten, was jedoch nicht realisiert wurde, hauptsächlich wegen der unmittelbaren Wohnbebauung.

Im Jahr 1999 wurde der zweite Streifen unserer Obstbaumreihe am Feriendorf gepflanzt, was diesen Weg zur Allee machte. Josef Kleiber baute einen Schaukasten, der auf dem Gelände vor dem Kindergarten Hirzenhain aufgestellt wurde. Im Jahr 2000 betrug unser Mitgliederbestand 67 Personen. Im Dezember 2002 hat der Vorsitzende Jürgen Faust sein Amt an den bis dahin zweiten Vorsitzenden Joachim Wagner übergeben. Offiziell durch die JHV gewählt wurde dieser dann am 02.05.2003. Bei der JHV 2007 wurde dann ein neuer Vorstand gewählt, bei dem Jürgen Faust wieder das Amt des Vorsitzenden übernahm.

2007 betrug unser Mitgliederbestand 88 Personen, wovon 59 dem NABU angehörten und 29 Mitglieder der Ortsgruppe waren. Es wurde der Beschluss der übergeordneten Satzungen umgesetzt, keine Ortsgruppenmitglieder mehr aufzunehmen. Der Kassenbestand betrug 6.555,31 €. Erwähnenswert ist auch, dass wir die Rosenhecken im Naturschwimmbad weitgehend selbst finanziert und auch eine Spendenaktion, für den Ankauf von neuen Bäumen für die Liegewiesen, organisiert haben. Dass diese dann durch Sabotage, bis auf eine rote Kastanie, zerstört wurden, ist unverständlich.

2009 wird hinter dem Feuerwehrhaus durch die Fa. W. Schleich auf Idee von Edwin Klapp zurückgehend, ein Teich angelegt, der sich in diesem aus dem Mittelalter bekannten Feuchtgebiet (hier befanden sich Karpfenteiche der Augustinermönche) selbst speist. Am 17. Oktober 2009 fand unser 40-jähriges Vereinsjubiläum statt. Es wurde mit einer schönen Veranstaltung im Bürgerhaus gefeiert. Seit 2011 nehmen wir regelmäßig an der alle 2 Jahre stattfindenden Gildemesse teil. Ein besonderer Dank gilt dem Gewerbeverein Hirzenhainer Gilde  , für die stets kostenlosen Standplätze! Im Jahr 2014 verstarb mit Friedhelm Müller eine der prägenden Personen unseres Vereins, dem wir stets ein ehrendes Andenken bewahren werden! 2017 wurde unser neuer Schaukasten neben der Apotheke angeschafft und aufgestellt, der seitdem von Conny und Pamela Strive stets aktuell bestückt wird.

Arbeitseinsatz aus jüngerer Zeit in Hirzenhain.
Foto: Naturschutzbund Deutschland (NABU), Gruppe Hirzenhain 1969 e. V.; Aufnahme: Sommer 2023

Das Jahr 2018 war geprägt von der Entrümpelung und Verschließung des Bunkers hinter dem Industriepark Buderus. Ob dieses Gelände von Fledermäusen bezogen wurde, sollte möglichst bald überprüft werden. Am 2. November 2019 fand unsere 50-Jahr-Feier im DGH Merkenfritz statt. Hier wurde Günter Ruth zum Ehrenvorsitzenden ernannt und es gab viele interessante Vorträge und Aktivitäten. Ab dem Jahr 2023 findet an jedem 3. Freitag unser Monatstreffen (monatlicher Stammtisch) statt. Eine offene Veranstaltung, die dem Verein insgesamt gut bekommt. Auch wurden in diesem Jahr die vier Verkehrsinseln am Eingang zur Höhenstraße mit Unterstützung durch zahlreiche Anwohner neu gestaltet, deren Pflege Jürgen Faust regelmäßig vornimmt.

Seit 2024 organisieren Conny und Pamela Strive öffentliche Pflanzentauschbörsen, die zunächst im Rahmen der Gildemesse veranstaltet wurden und jetzt auf dem Gelände der ehemaligen Kunstgießerei von Herrn Andreas Balzke stattfinden. Diese werden gut besucht und führen auch zu nennenswerten Spenden. Auf Betreiben von Christoph Alexander Uhl haben wir im Frühjahr 2024 von der Gemeinde Hirzenhain die Pflege und Gestaltung der ehemaligen Bahnrampe in der Bahnhofstraße übernommen. Ein Gelände, das großes Potential besitzt und auch weiter entwickelt werden soll. Der Mitgliederbestand 2025 beträgt stabile 100 Personen, von denen nur noch sieben Ortsgruppenmitglieder sind, also nicht dem NABU angehören. Der aktuelle Kassenbestand beträgt am 1. Januar 2025 3.025,13 €.

Text: Jürgen Faust (Naturschutzbund Deutschland (NABU), Gruppe Hirzenhain 1969 e. V.)