Bereitstellung von Nisthilfen

Nisthilfen des NABU Hirzenhain – Erfolgsgeschichte seit 1959

Seit 1959 pflegt und erhält der NABU Hirzenhain (bzw. seine Angehörigen bereits vor der Gründung des Vereins) eine große Anzahl von Nistkästen für Singvögel in den Wäldern rund um Hirzenhain. Bereits seit Beginn der Vereinsaktivitäten wurden Nistkästen durch Günter Ruth, Robert Kleiber und Friedhelm Müller aufgehängt und betreut bevor die gesamte Betreuung der Nistkästen für viele Jahre durch Günter Ruth übernommen wurde. Es wurden Daten zur Belegungsquote und den brütenden Vogelarten erfasst. Bis heute ist die Anzahl der Nistkästen auf 69 gestiegen. Ein großer Teil davon wurde von Günter Ruth, in neuerer Zeit von Holger Uhl, selbst gebaut, welcher die Betreuung der Nistkästen seit 2024 teilweise übernommen hat.

Günter Ruth bei der Niskastenreinigung 2026
Günter Ruth bei der Niskastenreinigung 2026
Nistkasten alter Bauart; Bild: Holger Uhl
Nistkasten alter Bauart; Bild: Holger Uhl

Da Günter Ruth nicht mehr alle Nistkästen selbst unterhalten kann, wurde im Jahr 2023 die Idee umgesetzt, die vorhandenen Nistkästen mittels GPS zu erfassen und in diesem Zuge auch Belegungsquoten und andere Daten mittels Geografischer Informationssysteme (GIS)   zu erfassen und zu verarbeiten.

Digitale Erfassung der Nisthilfenstandorte im Umfeld Hirzenhains (nicht lagerichtig); Abbildung: Holger Uhl, Alexander Uhl
Digitale Erfassung der Nisthilfenstandorte im Umfeld Hirzenhains (nicht lagerichtig); Abbildung: Holger Uhl, Alexander Uhl

Das Wichtigste – die jährliche Pflege

Moos- und Grasnest einer Haselmaus in einem der Nistksten des NABU Hirzenhain; Bild: Holger Uhl
Moos- und Grasnest einer Haselmaus in einem der Nistksten des NABU Hirzenhain; Bild: Holger Uhl

Neben dem Bau der Vogelkästen ist auch die Instandhaltung wichtig. Die Nistkästen müssen jedes Jahr gereinigt werden. Die Reinigung der Nistkästen ist wichtig, damit alte Nester, Parasiten und Verschmutzungen entfernt werden. So bleibt der Innenraum hygienisch und bietet Vögeln im nächsten Frühjahr wieder einen geeigneten Brutplatz. Regelmäßige Pflege erhöht außerdem die Lebensdauer der Kästen und verbessert ihre Nutzung durch Höhlenbrüter. Anhand der Nistkasteninhalte kann neben der Belegung selbst zum Teil auch auf die Vogelart geschlossen werden. Auch Sommernester von Mäusen oder der Haselmaus werden in den Nistkästen gefunden. Die Haselmaus ist übrigens eine nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Art, sowie eine Art nach Anhang IV der FFH-Richtlinie  . Außerdem ist sie keine Maus, sondern gehört zu den Bilchen, wie der bekanntere Siebenschläfer. Aus diesem Grund planen wir auch für die Haselmaus und andere Arten an geeigneten Stellen Nisthilfen auszubringen um damit auch ihre Population zu unterstützen.

Die regelmäßige Kontrolle und Pflege der Nisthilfen ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz heimischer Höhlenbrüter und zur Förderung der Artenvielfalt in unserer Region. Willst du uns bei der Pflege von Nisthilfen unterstützen dann melde dich bei uns!


Neue selbst gebaute Nistkastenmodelle

Seit der Saison 2025 werden neue Nistkastenmodelle ausgebracht, die über ein großes, bis zur Rückseite umlaufendes Dach verfügen. Daraus erhoffen wir uns eine längere Haltbarkeit und vermeiden Trotzdem Lacke oder Holzschutzmittel auf dem Holz der Kästen zu verwenden. Außerdem bleiben so die Kästen und die Brut trockener, was hoffentlich einen größeren Bruterfolg mit sich bringt. Wie die bisherigen Modelle sind auch sie mit Spechtschutzplatten ausgestattet und zur besseren Zuordnung mit einer Nummer sowie dem Logo des NABU Hirzenhain markiert. Specht- oder Lochschutzplatten sind Metallplatten am Einflugloch von Nistkästen, die verhindern, dass Spechte oder andere Tiere die Öffnung vergrößern und so an die Brut gelangen.

Neues Nistkastenmodell; Bild: Holger Uhl
Neues Nistkastenmodell; Bild: Holger Uhl


Nisthilfenkontrolle im Winter 2025/2026

Im Winter 2025/2026 führte der NABU Hirzenhain die jährliche Kontrolle und Reinigung der betreuten Nisthilfen durch. Insgesamt wurden 69 Nistkästen überprüft. Davon waren 42 Kästen belegt, was einer Belegungsquote von 60,9 % entspricht. Bei der Kontrolle wurden 14 Nistkästen aufgrund von Schäden abgenommen. 10 Kästen konnten repariert und anschließend wieder angebracht werden, während 4 Kästen ausrangiert werden mussten.

 

Als Nutzer der Nisthilfen konnten unter anderem Kleiber sowie verschiedene Meisenarten festgestellt werden. In vielen Fällen ließ sich die Art anhand der Nester nicht eindeutig bestimmen, sodass sie als nicht näher bestimmbare Vogelarten erfasst wurden. Auch Mäuse nutzen in der vergangenen Vegetationsperiode wieder einige Nester als ihr Zuhause.

 

Inhalte der Nistkästen im Winter 2025/2026; Bilder: Holger Uhl

Nisthilfenkontrolle im Winter 2024/2025

Im Winter 2024/2025 führten Günter Ruth und Holger Uhl die jährliche Kontrolle und Reinigung der betreuten Nisthilfen durch. Die Überprüfung ergab eine Belegungsquote von 46,4 %, was zeigt, dass die angebotenen Nistmöglichkeiten von den heimischen Höhlenbrütern gut angenommen werden. Bei der Auswertung der Nester konnten vor allem Meisenarten sowie Kleiber als Nutzer der Nistkästen festgestellt werden. In einigen Fällen ließ sich die Vogelart anhand der Neststrukturen nicht eindeutig bestimmen. In einem Kasten war ein altes, verlassenes Gelege zu finden. Auch ein Sommernest der Haselmaus wurde in einem der Nistkästen gefunden!

 

Inhalte einiger Nistkästen im Winter 2024/2025; Bilder: Holger Uhl

Zur Erweiterung des Angebots und zur Unterstützung der Brutmöglichkeiten für Höhlenbrüter wurden im Zuge der Arbeiten 8 neue Nistkästen aufgehängt. Diese wurden durch Holger Uhl angefertigt und mit Spechtschutzplatten von Günter Ruth komplettiert. 

Neue Modelle der Vogelkästen; Bilder: Holger Uhl


Wenn dieses oder eines unserer anderen Projekte dein Interesse geweckt hat oder du gern selbst eigene Projekte mit uns im Verein durchführen möchtest, melde dich gern über unser Kontaktformular oder über einen der vielen weiteren Kanäle, auf denen wir für dich erreichbar sind.